Skizzenbuch


Donnerstag, der 12. November 2009 (clocharde)

Ich hatte die Möglichkeit (wenn auch

nicht direkt die Erlaubnis) mit einigen

Medizinstudenten einer Sektion beizuwohnen.

Mit einem etwas mulmigen Bauchgefühl zog ich

Mantel, Schutzschuhe, Schutzhandschuhe (zeichnet

mal mit Gummihandschuhen...) und noch einen

Mantel an, und stürzte mich ins Getümmel.

Ein grosser Saal mit etwa 50 lebenden und

10 toten Menschen. Letztere OHNE HAUT.

Ich hatte gar keine Zeit, mich wirklich darauf

einzustellen, alles ging so schnell... und schon

beobachtete ich einen Dozenten beim

Aufschneiden der Bauchmuskulatur.

Während ich mich an meinem Bleistift festklammerte

ging das recht gut, doch wenn ich einfach nur

zuschaute... und diese toten Körper betrachtete

(mit halbwegs intakten Gesichtern)... ach, es ist

schon sehr eindrücklich. Ich wurde den Anblick

bis spät in die Nacht nicht los. Die Studenten sind

da schon etwas abgehärtet, und scheinbar ist die

Bauchregion im Vergleich zum Entfernen der Haut oder

des Gehirns sehr abstrakt und dadurch harmlos.

Ich empfinde grossen Respekt für jene Menschen, die

ihren Körper der Medizin zur Verfügung stellen.

Wirklich.




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